Ein Welpe kommt ins Haus!

Wichtige Tips

  • In der ersten Woche sollte sich der Welpe in Ruhe bei Ihnen eingewöhnen können – lassen sie ihm Zeit, nach und nach sein neues Zuhause zu erkunden und kennen zu lernen! In der ersten Woche soll noch nichts unternommen werden, keine Kommandos erlernt werden.
    Wenn der Welpe in sein neues Zuhause kommt, ist unbedingt zu beachten, dass man ihn nicht gleich das ganze Haus/Wohnung, sowie den ganzen Garten auf einmal zeigt. Anfangs sollte der Aufenthaltsbereich immer in der Nähe des neuen Frauerl und Herrerl sein (der Welpe wird ihnen zu Beginn auf Schritt und Tritt folgen) – gemeinsam kann man mit ihm in den nächsten Tagen immer mehr Bereiche von Haus und Garten entdecken. So wird der Welpe nicht durch eine unfassbare Menge von neuen Eindrücken überfordert, sondern bekommt Sicherheit! Für die erste Zeit sollte man sich daher viel Zeit für den Welpen einplanen – Urlaub nehmen!Nachdem sich ihr Welpe eingewöhnt hat, können sie ihn schon überall hin mitnehmen.
  • Überfordern sie den Welpen nicht! Ein neues Erlebnis an einem Tag reicht, am nächsten ist wieder Ruhe angesagt.
  • Jede Begegnung mit Neuem soll „positiv“ erlebt werden!
  • Folgendes sollten sie mit ihrem Welpen in den nächsten Monaten unternehmen, damit er Sicherheit in allen möglichen Situationen bekommt, sozusagen „umweltsicher“ wird:
    – Fahrten mit dem Bus, Zug oder Straßenbahn,
    – Fahrt mit einem Fahrstuhl (vor allem Glasfahrstuhl!),
    – Gang durch ein Kaufhaus,
    – längeres Verweilen auf dem Parkplatz eines großen Einkaufszentrums,
    – Stadtbummel
    – Besuch eines Tierparks
    – Besuch von Hundefreilaufflächen bzw. Orten wo viele Hunde herumlaufen
    – Pferde, Kühe, Schafe, Hühner betrachten gehen
    – Überqueren von Brücken
    – Verweilen im Restaurant und auch im Gastgarten
    – Besuch beim Tierarzt ohne Behandlung, längeres Verweilen im Warteraum
    – Kinderbesuch
    – Besuch von alten Menschen, Behinderten, etc.Schieben sie immer wieder mal einen „Lernausflug“ ein – diese ganzen Unternehmungen sollen natürlich nicht innerhalb einer Woche gemacht werden!
  • Welpen dürfen nicht lange alleingelassen werden!
  • Spaziergänge: Als Faustregel bei Spaziergängen gilt: Das Lebensalter in Wochen in Minuten spazieren gehen. Der längste Spaziergang darf höchstens doppelt so lang sein:
    Das bedeutet ein zwölf Wochen alter Welpe darf längstens 12 – 15, im Höchstfall 24 Minuten spazieren gehen.
    Es ist besser mehrmals am Tag kurze Gänge, als einmal lange.
    Die Knochen und Gelenke der Welpen sind noch nicht für zu große Beanspruchung gefestigt.
  • Begegnungen mit freilaufenden Hunden: Wenn der Besitzer eines freilaufenden Hundes ruft: „Er tut eh nichts!“, seien sie trotzdem vorsichtig! Oft ist es der Ausruf eines Beitzers, dessen Hund einen schlechten Gehorsam hat und deshalb nicht rechtzeitig angeleint werden konnte.
    Auch wenn sie noch einen Welpen haben, heißt das nicht, dass ihn dies automatisch vor Angriffen anderer Hunde schützt. Seien sie vorausschauend und leinen sie ihren Welpen rechtzeitig an. Loben sie ihn dafür, dass er sich bei Begegnungen mit anderen Hunden ruhig verhält!
    Ihr Welpe sollte vor allem mit freundlichen Hunden Kontakt haben – lassen sie ihn nur mit Hunden zusammentreffen, von denen sie wissen, dass sie „freundlich“ sind!
  • Verbote und Grenzen muss auch der kleine Welpe schon kennen lernen. Wichtig ist es, dass sie von Anfang an entscheiden, was sie wollen und was nicht. Wenn der Welpe z.B. einen Tag aufs Sofa darf, am anderen wieder nicht, wird er das nicht verstehen.
    Oder wenn er bei den Kindern aufs Sofa darf, bei der Mama aber nicht…
    Stellen sie vielleicht mit der ganzen Familie eine Liste auf, mit Dingen, die der Hund auf keinen Fall darf und alle sollen sich daran halten – nur so funktioniert die Erziehung.
  • Bestrafen sie ihren Hund niemals wenn er zu ihnen kommt!(wenn er vielleicht gerade ungehorsam war, weglief und dann zu ihnen zurückkommt…)
    Loben sie ihn überschwenglich – ihre Nähe muss für den Hund immer Sicherheit und Wohlbefinden bedeuten!

Was man alles braucht…

  • Welpenfutter: der Welpe sollte eine gewisse Zeit noch das gewohnte Futter bekommen, das heißt, das Futter, das er beim Züchter bekommen hat. Ein Umzug und eine gleichzeitige Futterumstellung wäre zuviel für den Kleinen!
    Erkundigen sie sich beim Züchter, welches Futter er füttert! Meine Welpen bekommen einen kleinen Futtervorrat mit!
  • Wasser- und Futternapf: zu empfehlen sind Näpfe aus Edelstahl.
  • Leckerlies: Am Anfang belohnen wir den jungen Hund immer! „Was mein Mensch sagt, lohnt sich!“ soll beim Welpen gefestigt werden!
  • Spielzeug: Spielen festigt die Bindung zwischen Mensch und Hund!
    Knotenseile, Spielzeug aus Hartgummi – Achtung: keine Tennisbälle
  • Schlafplatz – Decke: gut eignet sich eine Hundebox als Schlafplatz.
    Empfehlenswerte Decken: Softbed, Vetbed oder Drybed – trocknen nach dem Waschen sehr schnell.
  • ein gut sitzendes, mindestens zwei Wirbeln abdeckendes Halsband und eine etwas längere Leine – am besten 2 bis 3 Meter.

Was man bedenken sollte…

  • Wichtiges im Haus: Sichern Sie Stromkabeln, Pflanzen, die am Boden stehen und Treppen!
    Welpen dürfen nicht über Treppen auf und ablaufen (ihre Knochen sind noch nicht genug gefestigt ) – daher soll man sie auf und ab tragen.
    Achtung: dass Welpen nicht über Treppen hinunterfallen!!
  • Wichtiges im Garten: Optimal wäre eine Umzäunung ihres Gartens, damit ihr Hund im Garten sein kann und dabei nicht ständig beaufsichtigt werden muss. Kontrollieren sie ihre Sträucher und Pflanzen ob Sie giftig sind. Sichern Sie Pools oder Gartenteiche gut ab!
  • Wichtiges beim Autofahren: Gewöhnen Sie ihren Welpen gleich zu Beginn an die die Transpotbox!
  • Tierarzt: Suchen sie sich einen Tierarzt ihres Vertrauens in ihrer Nähe!
  • Hundeschule – Welpenschule: Der Besuch einer Hundeschule ist immer empfehlenswert!
  • Sachkundenachweis: Haben Sie schon einen Sachkundenachweis-Kurs absolviert?
  • Steuern: Melden sie ihren Hund bei der Gemeinde an – es ist dann jährlich eine Hundesteuer zu bezahlen.
  • Versicherung: bitte eine Hundehaftpflicht-Versicherung abzuschließen!

Empfehlenswertes

 

Achtung: Auf falsche Ratschläge verzichten !!!!

„Wenn der Welpe einzieht, ist er neugierig auf die Welt und noch voller Vertrauen in seinen Menschen. Doch leider werden die WelpenbesitzerInnen in Hundeschulen und –vereinen oft dazu angeleitet, das Vertrauen ihres Hundes nachhaltig zu erschüttern.“
Angelika Bodein, markertraining.de/falsche-ratschlaege

Wenn du in der Welpenschule folgende falsche Ratschläge erhältst,

dann solltest du dir eine andere suchen. Frage dich auch immer, ob du diesen Rat für ein kleines Kind befolgen würdest.

  • FALSCHER RAT

    Den Hund nicht auf den Arm nehmen, wenn er Angst hat
    Zoe, 9 Wochen alt, ist zum ersten Mal auf dem Hundeplatz und schaut sich das Treiben an. Ein großer, fremder Hund kommt auf sie zu, will sie bedrängen. Zoe ist das zu viel, sie ist ängstlich – und wird von ihrer Hundehalterin auf den Arm genommen. Und da kommt schon der “beliebte” Satz vom Übungsleiter: „So ziehst du dir einen Schisser ran, sie muss lernen, dass sie da keine Angst zu haben braucht.
    Richtig ist:
    Hat der Welpe Angst, dann muss die Hundehalterin ihn beschützen. “Keine Angst zu haben” lernt der Welpe am besten, wenn er nicht bedrängt wird, sondern sich selbst dem fremden Hund langsam annähern kann.

  • FALSCHER RAT

    Kontakt zu neuen Dingen erzwingen
    In der Welpengruppe werden die Hunde mit neuen Dingen bekannt gemacht. Die ÜbungsleiterInnen haben eine große Plane, mit der sie wedeln und auf die Hunde zulaufen. Benji findet das unheimlich und weicht zurück, die Hundehalterin läuft mit ihm mit, so dass er das Geschehen aus sicherer Entfernung betrachten kann. Und da ist er wieder, der Satz: „Das muss er lernen! Du hilfst ihm nicht, wenn du seiner Angst nachgibst.
    Richtig ist:
    Der Welpe muss die Möglichkeit haben, seine Wohlfühldistanz zu neuen Gegenständen selbst festzulegen. Wenn der Hund also erst einmal mehr Abstand braucht, dann ist das völlig in Ordnung.

  • FALSCHER RAT

    Welpe bei Angst nicht trösten
    Vor Silvester werden alle WelpenbesitzerInnen auf dem Hundeplatz ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie ihren Welpen auf keinen Fall trösten dürfen, wenn er bei der Knallerei Angst zeigt. Sie sollen ihn einfach ignorieren. Denn so merkt er, dass er keine Angst haben muss.
    Richtig ist:
    Hat der Welpe bei der Silvesterknallerei Angst, dann braucht er Trost und Schutz. Die Angst wird nicht verstärkt, weil der Welpe getröstet wird. Im Gegenteil, der Welpe fühlt sich sicher und geborgen.

  • FALSCHER RAT

    Kontakt zu fremden Menschen
    Eine Übung auf dem Hundeplatz ist es, den Welpen von Arm zu Arm reichen. So soll er lernen, dass auch fremde Menschen in Ordnung sind. Der Welpe darf erst weiter gereicht werden, wenn er nicht mehr zappelt.
    Richtig ist:
    Diese Übung macht sicherlich jedem Welpen Stress. Fremde Menschen werden so als bedrohlich wahrgenommen. Besser ist es, die Menschen setzen sich auf den Boden und warten, dass der Welpe von allein zu ihnen kommt. Dann bekommt er ein Leckerchen.

Vergiss es! Alle diese Tipps können dazu führen, dass der Welpe das Vertrauen in seinen Menschen verliert oder an seinem Menschen zweifelt.
Der Mensch hat die Aufgabe, seinen Hund vor fremden Menschen und Situationen zu schützen! Wenn ein Welpe in seinem Tempo und aus sicherer Entfernung neue Dinge kennenlernen kann, dann wird er seinem Menschen vertrauensvoll folgen.
– Autorin: Angelika Bodein