pic made by Jaci

Hundefertigfutter

 

Wir möchten unseren Hunden hochwertiges Hundefertigfutter bieten. Oftmals wird aber in der Werbung auch der letzte Abfall als „Hundefutter“ angepriesen…

Daher möchte ich ein paar Erläuterungen dazu machen:
Qualtiativ hochwertiges Hundefutter zeichnet sich durch qualitativ hochwertige Inhaltsstoffe und einen Verzicht auf Zusatzstoffe aus.
In der EU sind Rohprotein, Rohfett, Rohasche und Rohfaser deklarierungspflichtig. Die entsprechenden Prozentangaben müssen daher auf der Etikette angegeben sein.

Wenn Sie kein fertiges Hundefutter füttern möchten, muss Fleisch und Basisfutter optimal ergänzt werden, damit die Hunde keinen Nährstoffmangel damit haben.

Prinzipiell gilt: bei Mangel oder Überschuss an Nährstoffen  kann es bei Hunden wie auch bei uns Menschen zu Krankheiten führen.

Hunde sind Hundefresser Allesfresser mit speziellen Vorlieben; Wurst- und Käsestücke, Hundekekse oder Schweinsohren sind bei guten Grundfutter kein Problem.

Tabu für Hunde sind:

  • Rosinen und Weintrauben (wegen Nierenschädigung)
  • Rohes Schweine- und Hühnerfleisch (Infektionsrisiko)
  • Schokolade (Herzschädigung)
  • Zwiebel und Knoblauch

 

 

Lesen Sie die Deklaration auf der Verpackung Ihres Futters und verstehen Sie was dort eigentlich steht…

  • Proteine (Eiweiß)
    Proteine sind u. a. die „Bausteine“ für Muskeln, Knochen, Haut, Fett, Blut und Gewebe. Alle Proteine bestehen aus Aminosäuren. Der Anteil der verwertbaren Aminosäuren ist aber nicht bei allen Proteinen gleich. Bei pflanzlichen Eiweißen ist der unverdauliche Anteil deutlich höher als bei tierischen Eiweißen. Die Eiweißstoffe in der Hundenahrung können tierisch oder/und pflanzlich sein. Tierische Eiweiße sollen besser verwertbar sein für den Hund, da sie dem Körpereiweiß des Hundes ähnlicher sind. Welpen und junge Hunde benötigen 25 – 30 %, erwachsene Hunde 20 – 25 %.
    Ein hoher Rohproteinanteil sagt nichts über die Hochwertigkeit der Aminosäuren aus. Stoffwechselerkrankungen, Nierenbelastungen, Hautprobleme usw. können durch minderwertige Eiweiße entstehen. Manch minderwertigem Futter werden künstliche Aminosäuren zugesetzt.
    Schlüsseln wir einmal eine Etikett auf: z.b. steht 5 % Geflügel: 5 % Geflügel bedeutet 95 % Nebenerzeugnisse!
    Diese 95 % Nebenerzeugnisse beinhalten i. d. R. minderwertige Schachtabfälle wie beispielsweise Kadaver aus Pelztierfarmen, Hufe, Hörner, Augen, Drüsensekrete, Fruchtblase, Blut usw. Woraus jetzt die 5 % Geflügel bestehen ist ebenso nicht deklarierungspflichtig. Es kann sich hier sogar auch um minderwertige Schlachtabfälle handeln – nur eben vom Geflügel.
    Der Angabe des Anteils von Muskelfleisch ist daher hohe Priorität einzuräumen: Je höher der Anteil, desto hochwertiger ist das Rohprotein! Wenn jetzt auf der Etikette steht 100 % frisches Fleisch, dann haben Sie ein wirklich gutes Hundefutter in Händen!
  • Fette
    sind Energielieferanten für den Körper und sorgen für die allgemeine Leistungsfähigkeit.
    Erste Anzeichen einer Mangelerscheinung sind normalerweise trockenes, stumpfes und sprödes Fell. Weil Hunde von Natur aus Beutetierfresser sind, können sie tierische Fette wesentlich besser verwerten als pflanzliche. Sind in den Angaben auf der Packung Konservierungsmittel oder Antioxidantien angegeben, können Sie von einer minderwertigen Qualität des Fettanteiles ausgehen, im Extremfall handelt es sich um Motoröl oder Altöl.
    Übrigens – Antioxidantien sind häufig auch Auslöser von Allergien!
    Zu viele Fette belasten wie beim Menschen auch, Herz, Kreislauf, Leber. Ein ausgewogenes Verhältnis von essentiellen (lebenswichtige) Fettsäuren ist nur durch ein qualitatives hochwertiges Fett zu erreichen.
    Minderwertiges Fett schafft ein unausgewogenes Verhältnis von Fettsäuren, was zu Zellstoffwechselstörungen, stumpfem Fell, Hauterkrankungen usw. führt. Ständig breiiger Kot oder häufige Durchfälle können auf minderwertige Fette hinweisen.
  • Rohasche (Mineralien)
    Der Anteil an Rohasche sollte unter 5 % liegen. Ein höherer Anteil kann zu Zahnsteinbildung führen oder eine Kotverhärtung herbeiführen. Sie sind jedoch ein wichtiger Bestandteil des Futters, denn:
    Mineralien (Mengen- und Spurenelemente) sorgen für einen starken Knochenbau und feste Zähne. Sie erhalten außerdem das Gleichgewicht der körpereigenen Flüssigkeiten und sorgen für den Ablauf bestimmter biochemischer Reaktionen im Körper
  • Rohfaser
    Pflanzliche „Ballaststoffe“ oder Rohfasern sind von Natur aus schwer- oder unverdaulich. Sie erfüllen nur eine mechanische Funktion im Darm, in dem sie die Bewegungen des Darmes, die sog. Dramperistaltik, fördern. Sie sind auch für eine angemessene Verdauungszeit verantwortlich und führen dadurch zu einer optimalen Energieaufnahme und Verwertbarkeit der Nahrung.
    Jedoch sollte der Rohfaser-Anteil in gutem Futter so gering wie möglich gehalten sein. Achten Sie auf die Größe der Kothaufen. Wenn Ihr Hund große Mengen an Kot absetzt, dann ist der Rohfaser-Anteil im Futter zu hoch, da eben unverdaulich! Hochwertiges naturbelassenes Futter beinhaltet Getreide wie Hafer oder Weizen (seltener Mais, da oft allergieauslösend) oder Reis und daher nur einen geringen, aber im Getreide natürlicherweise enthaltenen Rohfaseranteil. Bitte achten Sie auch unbedingt darauf, dass das Futter frei von Soja ist. Soja kann Fruchtbarkeitsstörungen bzw. sogar Unfruchtbarkeit hervorrufen.
    Übrigens: wissen Sie, dass „pflanzliche Nebenerzeugnisse“ auch Klärschlamm und Sägespäne sein können… Also lassen Sie sich von Ihrem Futterlieferanten schriftlich geben, dass nur Rohstoffe in Lebensmittelqualität verarbeitet werden !!!
  • Vitamine
    Vitamine stärken vor allem das Imunsystem. Der natürliche Vitaminbedarf ist für alle Hunderassen etwa gleich. Es gibt zwei Arten von Vitaminen: wasserlösliche wie den Vitamin B-Komplex und das Vitamin C und fettlösliche wie die Vitamine A, D, E und K.
    Künstliche oder synthetische Vitamine werden oft aus genmanipulierten Pflanzen, Bakterien etc. gewonnen und bringen den Hormonhaushalt des Tieres aus dem Gleichgewicht. Diese synthetischen Vitamine schalten die natürliche Aufnahmeregulierung im Körper des Hundes, genauer im Darm aus und können daher fast ungehindert in den Körper gelangen. Eine Überdosierung kann zu Erbgutschäden, Krebs, Blutgerinnungsschäden und anderen Schäden führen.
    Künstlich zugesetzte Vitamine werten minderwertiges Futter auf. Diese sind (unter den Zusatzstoffen) deklarierungspflichtig und daher auf dem Etikett gesondert aufgeführt!
    Naturbelassenes Futter beinhaltet die notwendigen Vitamine aus den Inhaltsstoffen heraus und sind daher auch nicht auf der Verpackung angegeben! Sie finden daher nie den Hinweis: Zusatzstoffe !!
  • Kohlenhydrate
    Kohlenhydrate sind der zweitwichtigste Energielieferant. Speziell als Kurzzeit-Energiequellen sind Stärke und Zucker notwendig für alle Aktivitäten wie z. B. Laufen und Springen
    Kohlenhydrate machen den Hauptanteil der Nahrung aus, sie sind in nahezu allen Nahrungsmitteln enthalten, ohne extra ausgewiesen zu werden. Im Bedarfsfall können sie im Hundekörper auch aus den anderen Energieträgern (Fett und Protein) synthetisiert werden.
    Kohlenhydrate sind Saccharide, also Zucker, die in Einfach- (Fruchtzucker/Glucose), Zweifach- (z.B. Haushaltszucker, Milchzucker) und Vielfachzucker (z.B. Stärke) unterteilt werden.
    Das wichtigste Kohlenhydrat ist Glucose, also der Einfach- oder Fruchtzucker. Alle aufgenommenen Kohlenhydrate werden im Körper zu Glucose abgebaut.
    Glucogen ist die Speicherform der Glucose. Dieser Vielfachzucker wartet eingelagert in der Muskulatur bis er benötigt wird. Dies ist dann der Fall, wenn kurzfristig Energie benötigt wird. Ist das Glucogen verbraucht, wird auf Fettreserven zurückgegriffen.
    Glucose liefert vielen Zellen und Geweben lebenswichtige Energie, für einige davon, wie beispielsweise Blutzellen und Gehirn, ist sie sogar der einzige Energielieferant.
    Glucose braucht Insulin, um in die sie benötigenden Zellen zu gelangen. Insulin wird von der Bauchspeicheldrüse gebildet und ausgeschüttet, sobald Kohlenhydrate aufgenommen werden. Hauptlieferanten für Kohlenhydrate sind Getreide und Kartoffeln.
    Hunde brauchen nur wenige Kohlenhydrate. Handelsübliches Trockenfutter enthält mindestens eine Kohlenhydratquelle.
    Eine Unterversorgung bei einem mit Fertigfutter ernährten Hunde ist daher kaum möglich.
    Eine Überversorgung hemmt die Proteinverwertung und ist äußerlich an Übergewicht erkennbar, da Glucose nicht in unbegrenzten Mengen eingelagert werden kann und nicht eingelagert zu Fett umgebaut wird.

Wichtiger Hinweis bei Trockenfutter!

Bei der Ernährung mit Trockenfutter muss der Hund die bis zu vierfache Menge an Wasser zu sich nehmen. Daraus kann eine Überproduktion von Speichel und Bakterien resultieren, die wiederum zu chronischen Verdauungsproblemen führen kann. Wasserlösliche Vitamine werden nicht ausreichend vom Körper aufgenommen wenn der Hund zu wenig trinkt.
Eine Dehydrierung des Körpers kann zu Hyperaktivität Ihres Hundes führen!
Sollte Ihr Hund zu Hyperaktivität neigen – steigen Sie auf Nassfutter bzw. B.A.R.F. um.